Mittwoch, 23. November 2016

Der Obersee im Berchtesgadener Land - Farbexplosion vom Feinsten und meine Tipps für deinen Ausflug zum Obersee

Im letzten Juni haben wir einen für uns beide wirklich großen und anfangs auch ganz schön beängstigenden Schritt gewagt: Wir haben geheiratet.

Eine der häufigsten Fragen von allen Seiten war die nach den Flitterwochen. Wo fliegt ihr hin? Direkt am Tag nach der Hochzeit oder lasst ihr euch noch ein paar Tage Zeit? Wie lange bleibt ihr? Ihr habt doch jetzt so lange frei... Unsere Antwort führte im ersten Moment zu so einigen entgleisten Gesichtszügen: Es gibt keine Hochzeitsreise. Zumindest jetzt noch nicht. Wenn man Auswanderer in der Familie hat, dann kommt Familienzeit nun einmal ohne Wenn und Aber vor Zweisamkeit, ausnahmslos!

Der Obersee im Berchtesgadener Land - Farbexplosion vom Feinsten und meine Tipps für deinen Ausflug zum Obersee




Da aber Familienzeit Reisen nicht ausschließt, haben Alice, Steffen, Frank, Michael und ich uns zu fünft ins Auto gequetscht, um ein paar Tage im wundervollen Bayern zu verbringen. Wir suchten uns kurzerhand über Airbnb einen urigen Bauernhof am Chiemsee. Dort durften wir fast die komplette mittlere Etage unser "Zuhause" nennen. Der Lamprechthof in Samerberg hätte uns freundlicher nicht begrüßen können. Mit persönlichen, lieben Willkommensworten an der Eingangstür, einer liebevoll eingerichteten und großzügigen Wohnung, einem Fläschchen Sekt und kleinen wundervollen Details, wie frische Brötchen vom Bäcker am Morgen.

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Idylle ist tatsächlich das Wort, das den Lamprechthof am besten beschreibt.  Du hörst nichts außer den Kuhglocken der Kühe auf der Alm gegenüber und gelegentlich das Kichern deiner Brüder.


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Unsere Tage verbrachten wir auf dem Chiemsee, im Salzbergwerk in Berchtesgaden und abends am riesigen Peter-und-Paul-Feuer zusammen mit der Dorfjugend und den Junggebliebenen.

Das absolute Highlight war allerdings der Obersee, welcher ganz am Ende des Königssees liegt und nur von Mai bis Oktober mit dem Schiff erreichbar ist. Ich kann euch nicht genau sagen, wie lange Michael und ich schon davon träumen, den Obersee zu sehen. Allerdings waren wir in den letzten Jahren immer nur im Winter im Berchtesgadener Land unterwegs. Natürlich ist der Obersee mit seiner Fischunkelalm schon lange kein Geheimtipp mehr, doch trotz der vielen Besucher absolut sehenswert. 

Mit dem Boot fuhren wir über den Königsee, stiegen an der letzten Station (Salet Obersee) aus und wanderten einen knappen Kilometer zum Obersee. Dort setzte tatsächlich zuerst einmal die Schnappatmung ein. Wow, tatsächlich ist das Wasser türkis und so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann. Genau in diesem Moment platzte einer meiner Träume. Das klare Wasser gab ganz eindeutig den Blick auf unzählige Blutegel frei und damit war gesetzt, dass ich in diesem See nicht baden werde. Nein, auch nicht mit den Füßen.

Während wir anderen noch staunend am Ufer standen, fand Alice den perfekten Spot für Fotos. Wir mussten nur mal eben warten, bis die zwei jungen chinesischen Mädels mit ihrem Shooting fertig waren. Mal eben war nicht. Es zog sich und zog sich, so dass wir uns die Wartezeit damit verkürzten, uns über die beiden zu amüsieren und alles fleißig zu kommentieren. Die beiden sprachen ja ausschließlich Chinesisch. Nahmen wir zumindest an. Am Schluss kam dann allerdings die Ernüchterung: "Entschuldigung, aber wir mussten auch warten!"

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Dann begann unsere Wanderung um den See zur Fischunkelalm, wo wir ein kühles Bier und lecker Käsebrot vespern wollten. Warum ich an diesem Morgen meine Sportschuhe im Auto ließ und die Wanderung in Ballerinas absolvierte, ist mir bis heute noch nicht klar. Unter einem ebenen Boden verstehe ich etwas anderes, unter einem Spaziergang auch. Und so stolperte ich über Stock und Stein, spürte jeden Felsbrocken und hatte trotzdem keine Zeit zum Jammern. Zu schön war einfach der Ausblick.

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Plötzlich kam Unruhe auf. Den Kühen, die den kompletten Sommer auf der Alm verbringen, war das saftige Gras auf grünen Wiesen zuwider. Viel spannender war es doch, sich einen Spaß daraus zu machen, die nervenden Touris aufzuscheuchen. Die rettende Bank kam für Frank und mich keine Sekunde zu spät. So ein großes Vieh ist doch hinter einem Zaun viel schöner anzusehen...

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Wenig später fanden wir DEN Aussichtspunkt schlechthin. Die Farben unbeschreiblich, die Spiegelung der Berge im Wasser erst recht.

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Der Obersee hat all unsere Erwartungen übertroffen. Voll Glückseligkeit ging es mit dem Boot zurück, nicht ohne vorher noch frischen Fisch zu essen und kurz in den Königssee zu springen.

Der Obersee im Berchtesgadener Land - Farbexplosion vom Feinsten und meine Tipps für deinen Ausflug zum Obersee

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Wir werden wiederkommen, kein Zweifel. Ganz bald und wahrscheinlich auch noch öfter.

Die Frage nach den Flitterwochen können wir mittlerweile auch beantworten. In 4 Wochen sitzen wir im Flieger nach Australien. Ganz getreu dem Motto "Familienzeit vor Zweisamkeit" hat Frank nun ganz spontan auch einen Flug gebucht und so werde ich seit 7 Jahren endlich wieder Weihnachten und Silvester mit meinen beiden Brüdern feiern.

Meine Top 3 Empfehlungen und Tipps für euren Ausflug zum Obersee:

Tipp 1: Das Boot hält auf seiner Rundfahrt zuerst an der Haltestelle St. Bartholomä. Dort steigt gleich ein Großteil der Touris aus. Bleibt am besten sitzen und fahrt einfach weiter zur Haltestelle Salet Obersee. Dort könnt ihr euch in Ruhe umschauen, bevor die Massen kommen. Das Boot hält auch auf der Rückfahrt noch einmal in St. Bartholomä.

Tipp 2: Gönnt euch auf der Fischunkelalm ein belegtes Brot mit Käse (unglaublich lecker). Setzt euch dabei aber nicht an die überfüllten Tische, sondern geht nach unten ans Wasser und steckt eure Füße ins kühle Nass. Keine Angst: auf dieser Seite des Sees konnten wir keine Blutegel entdecken.

Tipp 3: Legt auf der Rückfahrt noch einen Zwischenstopp an der Haltestelle St. Bartholomä ein. Dort könnt ihr natürlich in eines der Restaurants einkehren oder - was ich euch empfehle - ein weniger überlaufenes Fleckchen für ein Picknick suchen. Dafür eignet sich zum Beispiel der etwas abgelegene Kieselstrand, den ihr vom Boot aus schon gesehen habt. Ihr erreicht ihn, wenn ihr gleich vom Anlegesteg links abbiegt und etwa einen Kilometer dem Weg über Wiesen und durch das Wäldchen folgt. Die ganz harten unter euch können sich ins eiskalte Wasser stürzen.

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